Schreibrausch

Warendorfer Autorengruppe

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NANOWRIMO 2011: 50.000 Wörter in 30 Tagen geschrieben

Warendorf. „38000 Wörter habe ich darauf hin geschrieben meine dritte Hauptfigur einzuführen, und jetzt hatte die keine Lust irgend etwas zu machen,“ ärgerte sich Lionera am Montagabend im Warendorfer „Markt 17“. Nur noch drei Tage verblieben bis zum 30. November, dem Ende des internationalen Schreibwettbewerb „National Novel Writing Month“ (nanowrimo), in dem es darum geht, einen Roman, also 50000 Wörter, in 30 Tagen zu schreiben. Aus lauter Frust habe sie, so klagte Christina Böhme (Münster) ihren Mitstreiterinnen Birgit Fabich (Füchtdorf) „Geschichten“, Dagmar Kolb (Warendorf) „Wartharpa“, und „Sunnyinthesnow“ (Everswinkel), zwei Tage gar nicht geschrieben, bis sich ihre Heldin dazu bequemte zu agieren. „Nun ist mindestens 40 Jahre älter als ich dachte, hat einen Namen, den keiner aussprechen kann und will unbedingt Undercover-Agentin sein.“
Charaktere, die machen, was sie wollen, unvermutete Ereignisse, die die ganze literarische Handlung über den Haufen werfen und äußerliche Anforderungen, die die Schreibenden an ihrer Lieblingsbeschäftigung hindern, mit diesen schriftstellerischen Problemen schlagen sich die drei Vorjahressiegerinnen und Neuling „Sunnyinthesnow“, die lieber anonym bleiben möchte, im November herum. „Wenn meine Eltern wüssten, dass ich hier mitmache, gäbe es Ärger,“ erzählte die Schülerin, die sich jeden Montagabend in der Warendorfer Gaststätte austauschte. „Nano kann man nicht erklären,“ war sich das Quartett einig. „Es polarisiert, denn es gibt nichts zu gewinnen. Entweder man macht es oder versteht es nicht.“ Trotz des müden Belächelns, mit dem Familien, Freunde oder Bekannte oftmals reagierten, lassen sich die weltweit mehr als 150 000 Teilnehmer, davon 5653 in Deutschland, nicht beirren: Spaß am Schreiben und der lebhafte Austausch bei realen Treffen und im weltweiten Netz stehen im Vordergrund. „Das Gefühl sich einer Idee zu verschreiben, durchzuhalten und am Ende die „50k“ geknackt zu haben, ist unbeschreiblich.“
Ein Hufeisen, spielt „Sunnyinthesnows“ Roman um eine Reiterin eines geflügelten Pferdes eine entscheidende Rolle, ein Siegel bei Böhme und bei Fabich ein Golfball. „Was wäre, wenn dieser ein Eigenleben entwickelt, sich vergrößert und jemand durch die Hülle tritt, um woanders aufzutauchen oder zu verschwinden,“erklärte Fabich ihre Grundidee. Einen wichtigen Bestandteil ihres jeweiligen Romans symbolisierten die vier mit den mitgebrachten Gegenständen. „Das freundliche Servicepersonal im Markt 17 hat für das Foto gleich etwas Ketchup spendiert,“ lobte Kolb schmunzelnd und tauchte die Spitze des mitgebrachten Messers in die rote Flüssigkeit. Ein Mord in Warendorf ist das Thema des Romans, doch in diesem Jahr ist die Autorin weit im Rückstand. „Ich werde es nicht schaffen,“ so Kolb, die ihren Mitschreiberinnen die Daumen drückte. Am Donnerstag, 1. Dezember leuchtete ein lila Gewinnerzeichen über den Namen „Lionera“ und „Sunnyinthesnow“, die in einem rasanten Endspurt die 50.000 Wörter in 30 Tagen erreichten. Weltweit fabrizierten alle nanowrimos 3.073.723.493 (drei Milliarden dreiundsiebzig Millionen siebenhundertdreiundzwanzigtausend und vierhundertdreiundneunzig)
Wörter.

„Wir machen weiter,“ erklärte die Organisatorin der Münsterländer Gruppe, die sich ab Dezember einmal monatlich zum Überarbeiten ihrer Romane zusammensetzen wird. Das nächste nanowrimo-Schreibtreffen findet am Montag, 12.Dezember 18.30 Uhr im Markt 17 in Warendorf statt. Die Teilnahme ist kostenlos, jeder, der an einem Roman schreibt, kann mitmachen.

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50.000 Wörter in 30 Tagen

Münsterländer Autorengruppe sucht Mitschreiber beim weltweiten National Novel Writing Month (nanowrimo)

Wollten Sie schon immer einen Roman schreiben? Dann tun Sie es doch!Gelegenheit dazu bietet der kostenlose weltweite Schreibwettbewerb National Novel Writing Month (nanowrimo), der Dienstagnacht 1. November  Punkt Mitternacht startet. 50.000 Worte in 30 Tagen heißt die Herausforderung, der sich die münsterländer Autoren Christina Böhme (Münster), Birgit Fabich (Füchtorf) und Dagmar Kolb (Warendorf) wieder stellen. Schon 2010 knackte das Trio jeweils die angepeilte Marke und durfte sich stolz aus dem Internet das Gewinnerzertifikat herunter laden. Die münsterländer „wrimos“ treffen sich virtuell im deutschen Forum (siehe blogroll)

Treffen im realen Leben, um gemeinsam zu schreiben und sich persönlich auszutauschen, so genannte „write-ins“ können kurzfristig organisiert werden. Ein Roman in einem Monat? Ist das zu überhaupt zu schaffen? Natürlich geht es bei dem 1999 spontan von Chris Baty (USA) mit 20 Teilnehmern ins Leben gerufenen Schreibwettbewerb nicht um ein druckreifes Manuskript. Vielmehr soll der Spaß am Schreiben geweckt und gefördert werden. „Wenn man auf Quantität statt auf Qualität hin schreibt, erhält man zum Schluss beides,“ so der Initiator. Mehr als 170.000 Teilnehmer werden 2011 erwartet. Selbst wer die Schallmauer nicht durchbricht, kann stolz sein. Denn aus der Idee für ein Buch ist zumindest der erste Entwurf geworden. Überarbeitet wird ab dem 1.Dezember.
Bis Mitternacht am 30. November haben die Teilnehmer Zeit die geforderte Wortzahl zu erreichen  (entspricht etwa 175 Seiten), ihre Texte auf der NaNoWriMo-Webseite der Non-Profit Organisation „Office of Letters and Light“ hochzuladen, dort mittels eines automatischen Programmes zählen und für gültig erklären zu lassen.
Gewinnen können die Romanschreiber nichts. Es gibt keine Bewertungsrichter, keine Preise und alle Manuskripte werden nicht gelesen, sondern gelöscht. Warum macht dann überhaupt jemand mit?
Schon Wochen vorher tauschen  sich bundesweit Wiederholungstäter und so genannte „Newbies“ im deutschen NaNoWriMo-Forum http://www.nanowrimo.org/en/regions/europe-germany#regional_forum aus. Vorstellungsrunde, Schreibvorbereitung,  Organisation von Schreibtreffen.  Hier kommt die Community virtuell zusammen, wird der Geist des „National Novel Writing Month“ spürbar lebendig. Wann ist denn endlich November?
Vorbereitungen sind erlaubt. Ob Krimi, Science Fiktion, Horror, Liebesromanze oder Fantasy, es wird „geplottet“, bis der Kopf raucht. Helden, Opfer, Feinde, und Nebendarsteller nehmen in Stichpunkten Gestalt an, bevölkern fantastische Welten. Entfesselte Kräfte, bedrohte Völker oder unglaubliche Entdeckungsreisen, jeder „wrimo“ wird mit seinen Geschöpfen lieben , hassen, kämpfen und leiden. Schlaflose Novembernächte stehen an, gestohlene Stunden am Tage und vernachlässigte Familien und Freunde.
Wer in die National Novel Writing Month Achterbahn der Emotionen einsteigt, handelt auf eigene Gefahr. Nervenkitzel,  Schreikrämpfe und Hochgefühle. Suchtfaktor garantiert.
Euphorische Romananfänge bleiben erfahrungsgemäß in hoffnungslosen Verstrickungen hängen, wechseln sich mit traumhaften Passagen ab. Weiter, nur weiter, heißt die Devise. Tippfehler ignorieren, bloß keine Korrekturen, über logische Anschlüsse wird später nachgedacht. Die Zeit rennt.  Wieder macht sich ein Charakter selbstständig, taucht wie aus dem Nichts eine Figur auf. Wohin führt diese Geschichte? Zeitweilige Schreibblockaden lösen bodenlose Verzweiflung aus und werden sogleich aufgefangen von kollektiven Motivationshilfen: Durchhalten! Schreiben, schreiben, schreiben. 50.000 Wörter in 30 Tagen sind das Ziel. Wahnsinn.
Wie es mir dabei geht, könnt Ihr in meinem blog verfolgen

http://www.wortbildidee.wordpress.com (siehe blogroll)